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Das bunte Frühstück

Früher war das Unkraut jäten eine Qual. Ich weiß noch, ich hatte nie Lust dazu. Doch jetzt grabe ich es sorgsam aus, verpflanze es in das Gehege und gieße es an, wohlwissend, dass das Unkraut nicht überleben wird. Aber irgendwo steckt ja doch die Hoffnung, dass nicht alles aufgefressen wird und die Pflanze eine Überlebenschance hat.

Ich rupfe bei einer Distel oftmals nur die Blätter ab und lasse die Blüten stehen in der Hoffnung, dass der Wind die Pollen verbreitet und in einiger Zeit mehr Disteln zum Verfüttern vorhanden sind, da Patty doch so sehr drauf steht. Am Morgen wird eine leckere Mahlzeit gepflückt. Hier ein paar Blüten, da ein paar Blätter und ohh… was ist das denn leckeres. Es wird schön angerichtet, Patty gerufen, sich ins Gehege gesetzt und gewartet bis sie dann doch mal vorbei kommt und alles in gefühlten Sekunden auffrisst. Danach schaut sie mich an und ich meine zu glauben, dass ein Dankeschön in ihrem Blick liegt.

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Doch es geht auch anders. Ich lege ihr Frühstück zurecht, freue mich, weil alles so schön bunt ist – genau wie sie es mag. (Das glaube ich jedenfalls.) Doch sie vorbei kommt und würdigt das Futter keines Blickes. Im Gegenteil, es wird einfach alles platt getrampelt und lieber am fast vertrockneten Löwenzahn geknabbert. Wozu mache ich das eigentlich? Es gibt doch noch ein paar andere Tiere in unserem Haushalt, die sich freudestrahlend für alles bedanken. Der Hund wedelt mit dem Schwanz, hört aufs Wort, das Meerschweinchen quietscht als Dankeschön genüsslich und Patty? Patty krabbelt über ihre Mahlzeit und ignoriert mich. Manchmal ist es echt frustrierend. Aber allein der Anblick dieser wunderschönen Tiere lässt das alles wieder vergessen. Es lässt vergessen, dass man eben noch unter einen Rosenbusch gekrabbelt ist, weil sich darin eine Zaunwinde versteckt hat, man die Blüte haben wollte und mit tausenden Kratzern zurück kam und es lässt auch vergessen, dass man eben noch in eine Brennnessel gefasst hat, weil man eigentlich etwas anderes haben wollte. Aber so ist das Leben einer Schildkrötenmama.

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