Tipps, Tricks, Anleitungen, Futter, Haltung, Videos und Bilder von griechischen Landschildkröten

Gartenarbeit

Bei schönem Wetter genieße ich es sehr oft nach einen anstrengenden Tag meine Schildkröte im Freigehege zu beobachten. Oftmals setze ich mich auf einen Stein, direkt auf die Gehwegplatten oder nehme mir einen alten Eimer, der normaler Weise zum Unkraut jäten verwendet wird, drehe ihn auf den Kopf und setze mich dann um das Zwitschern der Vögel und meine  Schildkröte begaffen zu können. Oftmals mit dem Handy in der Hand, um meinem Freund am Abend zeigen zu können, was sie schönes gemacht hat… Wie sie durch das Gehege streift, an einem Blatt knabbert, neugierig einen Stein ansieht oder im Schatten liegt, um Energie zu schöpfen. Zum Glück nimmt er die gefühlten 1000 Videos hin und schaut sie sich mir zu Liebe an. Die besten Videos und Zusammenschnitte findet ihr im Youtube Kanal von Patty-Sue

Manchmal schmunzle ich selbst über mich, wie ich vom Beobachten eines Tieres so aufblühen kann. – Und im Anschluss beim Vorzeigen der Videos. „Schau mal wie sie da guckt.“, „Guck, wie sie das Bein hält.“, „Über den Stein hat sie sich gequält.“, „Ich glaube auf dem Video war sie schon etwas genervt von mir.“ Diese und noch andere Kommentare müssen meine Mitmenschen ertragen. Aber mal ehrlich, geht es Euch nicht auch so?

So auch letztlich an einem Samstag mit Spitzentemperaturen um 34 Grad Celsius. Natürlich um die Mittagszeit, da ich vorab im Gehege gewerkelt habe und mich nun entspannen und mein Werk bestaunen wollte. Das ich dabei einen Sonnenbrand bekommen habe, muss ich sicherlich bei der Hitze nicht erwähnen. Aber es ist ein tolles Gefühl zu sehen, dass es ihr gut geht und das sie sich wohl fühlt. Auch wenn sie es nicht mit schmusen, wie ein Hund, dankt, reicht ein Blick von ihr und ich weiß Bescheid.

Apropos Hund… Sogar er, der mir sonst nicht von der Seite weicht, wollte sich partout nicht zu mir gesellen. Im Nachhinein hatte er ja recht, denn es war als die Sonne im Zenit stand kaum auszuhalten.

Ich saß also auf meinem „Eimer-Stuhl“, mit einer Flasche Wasser in der Hand und beobachtete Patty-Sue, wie sie durch die Sträucher streifte und schaute, was ich wieder geändert habe. Ein paar frisch gepflanzte Pflanzen aus dem Garten meiner Mama wurden leider nicht verschont und hatten nur ein kurzes Leben mit vollem Blattwerk. Aber gut, dafür habe ich sie ja dort angesiedelt. Meine Mama hat es zum Glück erst gesehen, als es zu spät war und die Pflanze schon einige Blätter verloren hatte. Ich konnte natürlich nichts dafür, dass Patty unmittelbar nach dem Setzen der Pflanzen den einen oder anderen Happen kostet. Selbst meine ermahnenden Worte brachten Sie nicht davon ab weiterzuessen –  sie hört schließlich nicht auf Menschen. Auf mein Flehen hin, sie solle ihr doch die Chance geben zu wachsen wurde ich angesehen, als wolle sie mich auslachen. Und das passiert jedes Mal, wenn ich eine Fetthenne ins Gehege pflanze.

Als Patty sich schon eine ganze Weile in den Schatten zurückgezogen hatte, bemerkte auch ich, dass es in der Sonne zu heiß war. Ich nahm also meine leere Wasserflasche, räumte die Grabe Gabel, Handschuhe, Gießkanne und Eimer weg und flüchtete zum Hof in den Schatten, wo auch mein vom Teich frisch abgekühlter Hund auf mich wartete.

Patty Sue – Die Schildkröte