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05_2016 – die Akelei

Die Akelei – Eine sehr umstrittene Pflanze

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Die Akelei gehört zur Gattung der Hahnenfußgewächse. Im Jahre 1985 wurde sie Blume des Jahres und steht in einigen Regionen unter Naturschutz. Gefahr droht ihr durch Standortvernichtung, Weideauftrieb, Flurbereinigungen und vereinzelt Spaziergänger, die diese anmutige Pflanze als Wildblumenstrauß verwenden.

Andere Namen sind „Elfenhandschuh“ und „Frauenhandschuh“, als „Kapuzinerhütli“ oder „Pfaffenkäpple“. Auf die ihr zugeschriebenen liebesfördernden Wirkungen spielen die Bezeichnungen „Venuswagen“ und der in der Schweiz gebräuchliche Name „Schlotterhose“ an.

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Ricarda Schramm schreibt in ihrem Buch Landschildkröten-Futterpflanzen über die Akelei: Die Blätter stehen als Futter auch im Winter zur Verfügung. Von manchen Autoren wird sie als giftig eingestuft, die giftigen Inhaltstoffe reichern sich jedoch erst während und nach der Blüte in der Pflanze an. Meine Landschildkröten fressen seit Jahren die Blätter vor der Blüte ohne Anzeichen einer Schädigung.

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Die Akelei wurde das erste Mal von Hildegard von Bingen in ihrer „Physica“ beschrieben. Auf unzähligen Gemälden wurde sie portraitiert. So widmete ihr Albrecht Dürer 1526 eine Zeichnung. Leonardo da Vinci hat seinem Portrait des „Gottes Bacchus“ eine Akelei beigefügt. Sie dient als Symbol des Lebens. Ein einzelnes Exemplar steht für Demut, sieben jedoch symbolisieren die Gaben des Heiligen Geistes. Sie galt als Aphrodisiakum der Männer und ihr wurde nachgesagt, dass sie die Kraft besäße Zauberkunst zu brechen. Tabernaemontanus setze sie bei Gelb- und Wassersucht ein und schrieb 1613: „So einem Mann seine Krafft genommen und durch Zauberey oder andere Hexenkunst zu den ehelichen Werken unvermöglich worden war, der trinck stätig von dieser Wurtzel und dem Samen: er genieset und kompt wieder zurecht.“

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Heutzutage ist die Akelei als Heilpflanze weitgehend unbekannt. Was wahrscheinlich daran liegt, dass sie leicht giftig und Ihre Heilkraft eher wenig ausgeprägt ist. Als Ergänzung zu anderen Heilkräutern ist sie jedoch geeignet, denn ihr werden blutreinigende, harn- und schweißtreibende Eigenschaften nachgesagt. Beim Erhitzen oder Trocknen verliert die Pflanze ihr Gift. Als Tee getrunken wirkt sie gegen Verdauungsbeschwerden und regt den Stoffwechsel an, wodurch sie gegen Rheuma und Gicht hilft. Äußerlich angewandt hilft Akelei mittels Umschläge gegen verschiedene Hautprobleme.

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Als Futterpflanze sorgt die Akelei jedes Jahr erneut für Diskussionen, denn nach der Blüte ist sie für Säugetiere giftig und kann zu Herzbeschwerden, Übelkeit, Durchfall, Krämpfen und Atemnot führen. Ob dies jedoch eins-zu-eins auch auf Schildkröten zu übertragen ist, wurde bisher nicht geklärt. Die Einen raten, sie bis zur Blüte zu verfüttert, die Anderen empfehlen gänzlich auf die Pflanze zu verzichten und berufen sich dabei auf das Buch  „Giftpflanzen“ von L. Roth, M. Daunerer und K. Kormann.

 Marion Minch auf www.schildifutter.de : Die Akelei gilt für Säuger als giftig!
Schildkrötenpfleger bestätigen jedoch immer und immer wieder, dass der Genuss der Blätter für Schildkröten ungefährlich sei. Meine Schildis fressen diese Blätter immer sofort nieder, wenn eine Pflanze im Gehege hochkommen will.
Seit etlichen Jahren jedoch lasse ich keinen bewuchs mit Akelei im Gehege mehr zu, da es mir schlichtweg zu gefährlich wurde ob ich den Zeitpunkt zwischen „gerade noch fressbar“ und „ab jetzt giftig“ immer erwische.

 

Eine persönliche Erfahrung:

Ich füttere Akelei seit Jahren im Frühjahr, da sie mit eine der ersten Pflanzen ist, die sich trauen herauszukommen. Bei mir wird die Pflanze sehr gern gefressen und kommt gar nicht dazu, Blüten zu bilden, wodurch sich die Frage: „Füttere ich sie, auch wenn sich die Blüte gebildet hat?“ gar nicht erst stellt. Darauf zu achten ist natürlich immer, dass alle Pflanzen – egal ob umstritten oder nicht – in einem ausgewogenen Verhältnis und abwechslungsreich gefüttert werden.

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Generell gilt jedoch:

Wenn Ihr unsicher seid, sucht Euch Rat bei erfahrenen Haltern, schaut in geeignete Bücher und hinterfragt, ob es sich für Euch sinnvoll anhört. Nur, weil etwas seit Jahren weitergegeben wird, heißt es nicht, dass es richtig ist. Im Zweifelsfall lasst die Pflanze weg und orientiert Euch an den Bedingungen in ihrem natürlichen Habitat.

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Quellen Stand 29.April 2016:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Akelei

http://www.cornelia-blume.de/heilpraktikerin-heilpflanze05.htm

http://www.testudowelt.de/?p=4946

http://www.schildifutter.de/

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